Sebastian-Kneipp-Museum: Im Kloster der Dominikanerinnen informiert das Museum über Leben und Wirken des vielseitigen Pfarrers und vermittelt die Eckpfeiler seiner Lehre.
Eine der ersten Touristenstraßen überhaupt wurde 1966 durch das »Himmelreich des Barock« ausgewiesen. Die Oberschwäbische Barockstraße ermöglicht es, die gewaltigen Sakralbauten und monumentalen Schlösser auf systematische Weise zu besichtigen. Sie führt im Bogen von Ulm durch ganz Oberschwaben um den Bodensee herum nach Ulm zurück und hat mehrere Nebenrouten und Abzweigungen, weshalb die Angaben für ihre Gesamtlänge zwischen 500 und 800 km schwanken. Die Hauptroute streift im Allgäu die Orte Bad Wurzach, Wolfegg, Kisslegg, Isny und Wangen. Die Ostroute verläuft komplett durchs Allgäu und ist besonders malerisch: von Rot an der Rot über Memmingen, Ottobeuren, Kempten und Leutkirch nach Kisslegg. Ein gelber Putto auf blaugrünem Grund, das Logo der Strecke, erleichtert auf Hinweisschildern die Orientierung. Lassen Sie sich für diese rund 140 km mindestens zwei, besser drei Tage Zeit.
Kunstgenuss als Lebensgefühl, prunkvolle Kirchen, Klöster und Schlösser mitten in den satten Farben einer lieblichen Landschaft - die Baumeister stammten nicht nur aus Oberschwaben, viele kamen aus Bayern, Vorarlberg und Italien, um hier ihre ornamentalen, jubilierenden Werke zur Ehre Gottes zu errichten. Die Barockstraße verläuft teilweise parallel zum Donau-Bodensee- Radweg.
Wer sich die Ostroute vornimmt, zweigt von Norden kommend in Rot an der Rot Richtung Memmingen ab oder von der A 7 kommend am Memminger Kreuz. Dort bietet sich ein Abstecher nach Buxheim an, um die Klosterkirche zu besichtigen. Memmingen ist so reich an (nicht nur barockem) Sehenswertem, dass Sie hier die erste Übernachtung einplanen sollten. Von Memmingen sind es ca. 10 km nach Ottobeuren. Mit etwas Glück findet in der Basilika gerade ein Orgel-, wenn nicht sogar ein Orchesterkonzert statt. Die Route führt dann weiter über Untrasried, Börwang, und Leubas, bis sie in Kempten ihren südlichsten Punkt erreicht.
Von hier geht die Fahrt gemütlich über Krugzell, Altusried, Ellmeney (hier gibt es einen Abzweig nach Legau und Maria Steinbach) und Adrazhofen bis Leutkirch. Vorbei am Ellerazhofer Weiher leitet Sie ein kleines Sträßchen nach Kisslegg. Von dort aus gibt es eine gut ausgebaute Landstraße nach Wolfegg, und eine wunderschöne Strecke führt anschließend am Rohrsee und Wurzacher Ried vorbei über Bad Wurzach zurück nach Rot an der Rot. Wenn Sie kurz hinter Wolfegg durchs beschauliche Eintürnen kommen, machen Sie unbedingt einen Spaziergang hinauf zur 1000-jährigen Dorfkirche Eintürnenberg.
Wer gern mit Bummelzügen fährt, kann einen Teil dieser Route mit Regionalbahnen unternehmen: von Memmingen aus mit Stationen in Kempten, Leutkirch, Kisslegg, Wolfegg. Ab hier wird es beschwerlicher, weil z.B. Bad Wurzach oder Wangen nur mit häufigem Umsteigen (Bahn und Bus) zu erreichen sind.
Diese rund 25 (mit Abstechern: 40) km lange Tour eignet sich für passionierte Schwimmer, für Menschen, die gern Wasser sehen, und natürlich für alle, die gern mit dem Rad unterwegs sind und dabei spontan entscheiden wollen, ob sie gemächlich oder leistungsorientiert fahren. Da an der Strecke mehrere kleine Campingplätze liegen, eignet sich die Tour auch für mehrtägige kleine Etappen. Um die idyllischsten Sträßchen und Waldwege zu finden, empfiehlt es sich, eine Wander- und Radtourenkarte zu benutzen.
An einem warmen Sommertag starten Sie z. B. in Kisslegg, vielleicht nach einem Frühbad im Obersee, südostwärts Richtung Zaisenhofen und Goppertshofen. Etwa 1 km hinter Goppertshofen können Sie sich im Wuhrmühleweiher erfrischen. (Alternative: in Goppertshofen links abbiegen, zwischen Wuhrmühleweiher und Argensee durchfahren, Kurzbad im allerdings recht kalten Argensee).
Weiter geht es über Waltershofen und Merazhofen nach Enkenhofen; hier links abbiegen, dann haben Sie einen schönen Blick auf den Beurener Badsee, den Sie kurz vor Winnisried erreichen. Mit Campingplatz, Spiel- und Liegewiese, Strand, Bootsverleih und Kiosk eignet er sich gut für eine Mittagsrast. Wenn man stattdessen bergauf nach Beuren fährt, sieht man linker Hand den Kleinen und den Großen Ursee in einem Naturschutzgebiet liegen (schöner Spazierweg, aber Baden verboten).
Danach radeln Sie etwa 500 m zurück und biegen rechts ab nach Winnis. Dort müssen Sie sich rechts halten (Luftlinie Leutkirch) und nach ca. 1 km links (Richtung Herlazhofen) in den Wald abbiegen. Sie kommen dann vor Herlazhofen am Hinterweiher (auch Herlazhofer Weiher genannt) mit Wiese, Kiosk und zwei Campingplätzen heraus. Die schönere der beiden Badestellen befindet sich am gegenüberliegenden Ufer. Das Wasser ist wundervoll moorig-weich und trotz undurchdringlicher Sicht sauber.
Über die Dörfer Herlazhofen, Bettelhofen, Toberazhofen, Engerazhofen (Blick auf Mühlenweiher), Wolferazhofen geht es unter der Autobahn durch bis Gebrazhofen. Hier folgen Sie nicht der Großrichtung Wangen, sondern halten sich nordwestlich und kommen über Oberrot (Blick auf Rote Weiher) am Weiler Bremberg vorbei wieder nach Kisslegg.
Wer in Toberazhofen noch Kraftreserven verspürt und eine weitere Badestelle ausprobieren möchte, kann einen Schlenker nach rechts machen und gen Norden über Tautenhofen und Weipoldshofen bis zum Weiler Lanzenhofen radeln. Dort geht es rechts ab zum Willerazhofer Bad (mit Ausschank) am Ellerazhofer Weiher. Der Rückweg nach Kisslegg führt über Herrot, Unterrot und Oberrot.
Der Schwarze Grat auf dem Bergrücken der Adelegg ist mit 1118 m der höchste Berg im südlichen Württemberg. Bequem ist der Aufstieg (jeweils ca. zweieinhalb Stunden) von Isny-Rohrdorf, von Isny-Großholzleute oder von Kreuzthal aus. Diese leichte Wanderung bei etwa 300-400 m Höhendifferenz ist auch problemlos mit größeren Kindern zu bewältigen. Alternative für Spaziergänger: Zufahrt mit dem Auto von Wengen auf einer Mautstraße auf die Alpe Wenger Egg; von dort sind es 20 Minuten Fußweg zum Aussichtsturm.
Die gut beschilderte Strecke führt teils auf breiten Forstwegen, teils auf schmalen Trampelpfaden durch den Wald. Vom Aussichtsturm Schwarzer Grat hat man einen herrlichen Panoramablick über die Voralpenlandschaft. Bei klarem Wetter sieht man mit etwas Glück bis zum Säntis in der Schweiz. Eine Vesper sollten Sie sich mitnehmen, es gibt keine Bewirtschaftung.
Wer genügend Muße mitbringt, kann stundenlang durch den dichten Wald der botanisch hochinteressanten, wildromantischen Adelegg laufen. Zwischendurch erlaubt der Höhenweg grandiose Ausblicke weit über das württembergische Allgäu. Die Adelegg ist extrem zerklüftet, alle paar Hundert Meter plätschert oder rauscht ein Tobel oder Wasserfall. Die Artenfülle ist beeindruckend: Es soll 500 Arten von Farn- und Blütenpflanzen geben, 64 Brutvögel-, 18 Heuschreckensowie 200 Schmetterlingsarten.
Es gibt noch weitere, nicht ganz einfach zu findende Zugangssteige zur Adelegg von Bolsternang, Überruh, Rimpach, Ellmeney, Schmidsfelden und Blockwiesen aus. Im Glasmacherdorf Schmidsfelden beginnt die Themenwanderroute Glas durch Kreuzthal und Adelegg mit Stationen zur Glas- und Waldgeschichte sowie zur Alpwirtschaft und Ökologie.
Vom engen Tal aus ahnt man nicht, welch prächtiges Schauspiel einen auf dem stark bewaldeten, steil ansteigenden Immenstädter Hausberg erwartet. Auch wer nicht so gut zu Fuß ist, sollte auf keinen Fall versäumen, einmal mit der längsten Sesselbahn Deutschlands (2300 m) in zwei Etappen hinauf zum Mittaggipfel (1452 m) zu schweben. Die gesamte Fahrt inklusive Umsteigen an der Mittelstation dauert ohne Wartezeiten ca. 25-30 Minuten. Vom Gipfelkreuz (hinter der Schwebebahnstation, eine Minute Aufstieg) oder vom Bärenkopf aus (1463 m, 15 Minuten Spaziergang) bietet sich rundum ein phantastisches Panorama der Oberallgäuer Bergwelt. Man sieht aber auch in nördlicher Richtung weit hinunter ins Alpenvorland. Der Große Alpsee bleibt unsichtbar, weil durch dichten Wald verdeckt, vom Kleinen Alpsee sieht man gerade noch einen winzigen Zipfel.
Vom Bärenkopf aus bieten sich mehrere Varianten verschiedener Schwierigkeitsgrade für Gipfelwanderungen an. Mit Kindern könnte man zur Alpe Oberberg gehen (ca. 100 m Richtung Bärenkopf, dann scharf links bergab), um dort die Herstellung von Bergkäse im Kupferkessel zu beobachten (Vesper mit frischen Milchprodukten möglich). Wer lieber etwas länger gehen und das Panorama nicht aus dem Blick verlieren möchte, kann vom Mittag- zum Steineberg (1660 m) wandern (Dauer: eine gute Stunde).
Wer eine stramme Tagestour plant und dabei den Stuiben (1749 m) anvisiert, sollte über gute Kondition und Ausdauer verfügen sowie trittsicher und schwindelfrei sein. Der Weg führt von der Abzweigung zum Steineberggipfel geradeaus bis zur Grauen Wand (zehn bis 15 Minuten), einem vom Deutschen Alpenverein mit Seilen gesicherten Felsabbruch. Die weiteren Gratwege bis zum Stuibengipfel sind ausgeschildert. Oben werden die erschöpften Wanderer mit überwältigenden Blicken ins Gunzesrieder Tal und auf die Allgäuer Alpen belohnt. Anschließend kann man durch die Wiesen zur Alpe Gund (ca. 30 Minuten, Einkehrmöglichkeit) und schließlich über Alpe Mittelberg durch das Steigbachtal (ca. zwei Stunden) zur Talstation und nach Immenstadt laufen. Die gesamte Wanderung dauert fünf bis sechs Stunden (reine Gehzeit ohne Rast und Pausen).
Wer sich trainiert genug für eine besondere Herausforderung fühlt, kann vom Mittaggipfel über den Stuiben und die Nagelfluhkette entlang über den Höhenweg zum Hochgrat (1833 m) wandern und mit der dortigen Gondelbahn abfahren. Dieser gut ausgeschilderte Europäische Fernwanderweg führt mit erheblichen Höhenunterschieden über die Oberen Sendererwände zum Buralpkopf (1772 m), zum Gündleskopf und zum Rindalphorn (1822 m). Für die rund 20 km müssen Sie je nach Kondition sechs bis acht Stunden veranschlagen. Deshalb heißt es: Unbedingt früh aufbrechen! Und da es auf den Gipfelwegen keine Einkehrmöglichkeit gibt, müssen Sie ausreichend Proviant mitnehmen.


