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Um Ursprüngliches zu entdecken, kann ein wenig Spürsinn hilfreich sein.
Kunsthandwerk, Leder und Glas prägen im Bayerischen Wald die Märkte und Auslagen der Souvenirläden. Freilich können Sie hier wie überall auf der Welt Kitsch made in Hongkong erwerben. Echt sind dagegen die Handwebstoffe und Fleckerlteppiche (Flickenteppiche) aus dem Wegscheider Land. In der »Neuen Welt« wurde früher Flachsanbau betrieben, und in vielen Bauernhöfen standen Spinnrad und Webstuhl. Die alten Webstühle wurden in den letzten Jahren reaktiviert, und schon das Zuschauen bei der kunstvollen, umständlichen Arbeit ist ein Erlebnis. Aus Schönberg bei Grafenau kommen berühmte Lederhosen, kurze oder lange: preisgünstig, aber zum Teil in Portugal gefertigt, nicht nur aus Hirsch- und Rindsleder. Es gibt sie mit und ohne Stickerei, wobei die kurze Lederhose eigentlich eine oberbayerische Erfindung ist und von Traditionalisten in jüngster Zeit vehement bekämpft wird. Der Kauf ab Werk ist natürlich günstiger. Nicht nur in Bodenmais, Miltach, Leckern bei Kötzting, Lalling und Zwiesel haben sich Holzbildhauereien und Töpfereien mit sehenswerten Ergebnissen etabliert. Erkundigen Sie sich gerade in kleineren Orten. Dort gibt es meist die günstigeren Angebote. Wachskunst kaufen kann man besonders in Habischried und Bodenmais. Das Niederbayerische Wachskammerl in Freyung bietet für wenig Geld auch Wachskurse für Erwachsene und Kinder an. Hier lernt man z. B. das Wachsgießen von Heiligenfiguren.
Empfehlenswerte Mitbringsel sind die Früchte des Waldes und die daraus gemischten Konfitüren mit Heidelbeeren oder Brombeeren, der wirklich echte Waldhonig, getrocknete Pilze und besonders die Preiselbeeren, die in den Höhenlagen der Wälder gefunden werden. Achtung: In den Kernzonen um Arber, Lusen und weitere Gipfel sowie in Naturschutzgebieten generell darf nicht gesammelt und gepflückt werden.
Was dem Seemann sein Pfriem, ist vielen Bayerwaldlern ihr Schnupftabak, der Schmai oder Schmalzler. Es gibt sogar Wettbewerbe, wer die größte Pris' in einem Zug einschnaufen kann. Die Sorten unterscheiden sich wie bei Zigarren nach Virginia oder Brasil. Zum unverwechselbaren Mitbringsel wird der Schnupftabak im handgemachten, verzierten Döschen oder Fläschchen.
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Glas ist das typische Erzeugnis des Hinteren Waldes, die Tradition der alten »Waldhütten« reicht zurück bis ins Mittelalter. Man findet in den Glashüttengemeinden schöne Unikate. Es gibt mundgeblasene Gläser und Vasen, auf unterschiedliche Weise bunt verzierte Schnupftabakflaschen bis hin zu Rosenkränzen aus Glas. Die im Bayerischen Wald in etlichen Orten berühmte Hinterglasmalerei mit meist religiösen Motiven wurde früher häufig in Heimarbeit hergestellt. Heute widmen sich Glasmalstudios, in denen häufig auch Malkurse für Gäste angeboten werden (etwa in Freyung), dieser Arbeit. Wenn Sie sich für ein gläsernes Mitbringsel entscheiden, sollten Sie daheim die Übergabe mit Detailschilderungen von der Glasherstellung bereichern. In den Hütten gehören eindrucksvolle Führungen durch die Produktion zum Geschäft. Ein Markenzeichen für Glas aus dem Bayerischen Wald ist das Werk von Erwin Eisch in Frauenau, bekannt für Handwerkskunst in seiner ursprünglichen Form. Eisch-Gläser sind Stück für Stück mundgeblasen und zeichnen sich durch ihre poetische Formgebung aus. Vorteilhaft ist der Werkseinkauf in den Manufakturen der Glashüttenorte. Das Angebot reicht vom edlen Bleikristall bis zum einfachen Gebrauchsglas.
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Die Märkte, und speziell die Bauernmärkte, die nun wieder vermehrt stattfinden (meistens freitags), bieten gute, interessante und schöne Erzeugnisse des Bayerischen Waldes. Hier kann man sich mit Lebensmitteln versorgen oder auch dekorative Holzartikel wie Körbe und mit Blumen und ornamentalen Mustern reich verzierte Löffel erwerben. Viele der Angebote aus der Landwirtschaft, ob Eier, Kräuter, Fleisch, Geflügel oder Obst und Gemüse, waren schon immer »Bio«, nur kannte man dieses Qualitätszeichen früher noch nicht. Das »echte niederbayerische Bauerngeräucherte« ist allerdings schon lange ein Markenartikel und bis in die Landeshauptstadt München gefragt. Generell haben die Fleischund Wurstwaren aus der Gegend, die prallen Knacker, die Sülzen, der Presssack und die langen Hartwürste einen guten Ruf. Die Rinder, vereinzelt auch Schafe, finden auf den Weiden eben optimale Bedingungen vor.
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Immer mehr Bauern verkaufen ihre Produkte wieder direkt ab Hof, ob Brot oder Eier, Honig oder das traditionelle Bauerngeräucherte (besser als in der Metzgerei). Andere haben sich zu biologischen Erzeugerverbänden zusammengeschlossen. Eine neu-alte kulinarische Spezialität ist »Chamer Ochs« (zartes Fleisch, ohne Hilfsmittel gemästet) oder das »Chamland Beef« (wildartiges, junges Fleisch von Weidetieren). Die »Hundinger Goldbergbauern« im Lallinger Winkel verkaufen Äpfel aus Streuobstwiesen - garantiert ohne Kunstdünger.
Eine Besonderheit unter den Bränden ist der Bärwurz, ein mindestens 40-prozentiger, klarer Schnaps, der nur hier im Woid aus den Wurzeln der Bärwurzpflanze (ligusticum mutellia und/oder meum athamanticum) gebrannt wird. Bei vielen Einheimischen hat er einen Platz in der Hausapotheke - als Notfalldigestif.
Es gibt etliche Bärwurzereien mit Probiermöglichkeit, zum Beispiel in Bodenmais, Zwiesel und Hauzenberg. Die älteste Bärwurzdestille der Welt steht in Deggendorf/Mietraching, dem »Tor zum Bayerischen Wald«. Metzgermeister Christian Rott bietet in Untergriesbach und Hauzenberg »Kisterl« mit regionalen Bio-Spezialitäten und Obstbränden an.
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In Sachen Haltbarkeit können süße Mitbringsel nicht mit Glas und Holz konkurrieren. Trotzdem gibt es ebenbürtige regionale Köstlichkeiten wie Früchtebrot und nach Uromas Rezepten gebackene Leckerl (Plätzchen) im Winter sowie ganzjährig feine Konditoreispezialitäten. Falls Sie die Heimreise nach Passau führt, finden Sie im Café Simon zum Aufessen fast zu schöne Schokoladekreationen wie »Goldhauben« nach dem traditionellen Trachtenkopfschmuck der Passauerinnen, zarte »Scharfrichter«-Pralinen mit dem Logo der eher herben Kabarettbühne und mehr. Bewährter Exportschlager ist auch der sensationelle Nusszopf vom Café Greindl.
Trachten und Lederbekleidung, Tücher und Tischdecken werden original im Bayerischen Wald gefertigt. Schöne Einkaufsmöglichkeiten gibt es auch in Lam und Cham (Charivari). Gut und auch für »Preißn« tragbar: Bundhosen aus Hirschleder.
Originale Bauernmöbel und Gegenstände sakraler Kunst sind immer noch zu finden. Seit die Öffnung der Grenze zur Tschechischen Republik günstigen Handel (und Schmuggel) zulässt, sind die Geschäfte im Grenzgebiet wieder besser bestückt. Eine teure Rarität: Pribramer Madonnen. Die oft kindsgroßen Holzfiguren waren früher ein Mitbringsel aus der Wallfahrt ins böhmische Pribram.
© Marco Polo