Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, findet zudem - ab der Schneeschmelze bis in den späten Herbst - überall ein dichtes Netz gut markierter Wege jeden Schwierigkeitsgrads: von den Promenaden an den Hängen um Meran bis hin zu kühnsten Kletterrouten in den Dolomiten oder Touren über das Eis der Ortlergletscher. Und im Vinschgau, im Westen Südtirols, ziehen sich die Waalwege als einzigartige Spazier- und Wanderwege entlang den uralten Bewässerungskanälen.
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Der Meraner Höhenweg zählt zu den schönsten Wanderrouten im Alpenraum. Verbunden mit spektakulären Ausblicken führt er durch verschiedene Vegetationsund Klimabereiche im Naturpark Texelgruppe und gibt Einblicke in die Welt der Bergbauern, die in jahrhundertelanger Arbeit die Kulturlandschaft mitgestaltet haben.
Beste Wanderzeit ist von Juni bis Oktober. Der Weg verläuft auf relativ gleichbleibender Höhe (um 1500 m) entlang der Markierung 24 und ist für jeden routinierten, schwindelfreien Wanderer mit guter Kondition und Ausrüstung geeignet. Die wenigen exponierten Stellen sind durch Ketten, Seile oder Geländer gesichert. Bei Tagesetappen von 6-7 Stunden beträgt die Gesamtgehzeit für Nord- und Südroute (etwa 80 km) 6-7 Tage, einzelne Tageswanderungen bieten sich ebenfalls an. Die Rundwanderung sieht Übernachtungen in den Hütten entlang der Strecke vor, wegen des knappen Zimmerangebotes sollten Sie vorbestellen.
Meraner Höhenweg Nord
Die Route beginnt im Dorf Katharinaberg (1245 m) - 25 km nordwestlich von Meran - im engen Schnalstal und verläuft in das karge, einsame Pfossental nach Nassereith (1523 m) und zur Vorderkaser (1693 m). Dann geht es weiter über die Rableid-Alm zum Eishof (2069 m), einst der höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Bauernhof, jetzt ein Berggasthaus. Eine beeindruckende Gipfelkulisse von Dreitausendern begleitet Sie auf dieser Etappe. Vom Eishof geht es weiter taleinwärts, Richtung Talschluss. Der Weg wird steiniger, Sie müssen jetzt kräftig steigen, bevor Sie am Eisjöchl (2908 m) den höchsten Punkt der Umrundung, der einen prächtigen Ausblick auf die Gipfel der Ortlergruppe im Westen gewährt, erreicht haben. Hier beginnt der Übergang von der Hochgebirgszone ins dichter besiedelte Passeiertal, Ihr Stützpunkt ist die Stettinerhütte (2875 m). Der Weg führt Sie nun hinunter nach Pfelders (1622 m), über das Pfelderertal hinaus und in Ulfas (1500 m) zum Anschluss an den Meraner Höhenweg Süd.
Meraner Höhenweg Süd
Von Ulfas (1369 m) bringt Sie die Wanderroute über den einsam gelegenen Gögelehof (1295 m) zur Jausenstation Christl (1132 m). Richtung Süden prägt die Kulisse der Sarntaler Alpen das Bild, nordöstlich der Jaufenpass. Am Steilhang entlang mit Blick auf den Meraner Talkessel gehen Sie nun zu den Muthöfen (1361 m), die wie ein Adlernest am Hang der Mutspitze im Nordwesten Merans kleben. Die Bergbauern gewinnen dem Boden in dieser exponierten Lage Kartoffeln und Roggen ab. Die Route führt Sie weiter über das Hochganghaus (1839 m, höchster Punkt der Südroute), die Gojener Alm (1824 m), die Tablander Alm (1788 m), Nassereith (1523 m), Gasthaus Giggelberg (1535 m), Hochforch (1555 m), Innerforch (1460 m), Linthof (1386 m) und Kopfron (1436 m), bis in Katharinaberg (1245 m) im Schnalstal das Ende erreicht ist.
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Über den Namen »Weinstraße« sind ein Dutzend schöne, historische Dörfer im südlichen Teil Südtirols miteinander verbunden. Gemeinsam ist ihnen nicht nur, dass sie sich besonders um die Erhaltung der vom Weinbau geprägten Kulturlandschaft bemühen, sondern selbst ausgezeichnete Weine hervorbringen. Entlang der Route (von Terlan bis Salurn ca. 41 km, mit Rückfahrt auf der Staatsstraße ca. 75 km) bieten die Weinkellereien ihre Produkte zum Probieren und zum Verkauf an.
Ausgangspunkt der Fahrt über die Weinstraße ist der Ort Terlan, der für seinen Spargelanbau und den dazu passenden lokalen Weißwein bekannt ist. Die Route quert den Talboden und führt in das kleine, idyllisch im Grünen gelegene Dorf Andrian auf der gegenüberliegenden Seite des Etschtals. Von hier aus wenden Sie sich nach Süden, zur Rechten erblicken Sie die Ruine von Hocheppan und bald darauf Schloss Sigmundskron bei Bozen. Hier schlängelt sich die Straße hinauf zu den Weißweinanlagen der Orte Frangart und Girlan bis nach Eppan. Die Kellereigenossenschaft St. Michael-Eppan ist für ihre hochwertige Weinlinie und Sektproduktion bekannt.
Nächste Station: Kaltern, die Heimat des süffigen Vernatsch-Rotweins »Kalterer«. Gute Einblicke in die Geschichte des Weinbaus gewinnen Sie im Südtiroler Weinmuseum. Achten Sie auf die Buchstaben E & N: Dahinter verbirgt sich die mehrfach preisgekrönte Erste und Neue Kellereigenossenschaft Kaltern. Eine tolle Aussichtslage hat die Pension Sonne, wo Sie an einer Weinbergwanderung teilnehmen können. Von Kaltern senkt sich die Straße und führt am Kalterer See vorbei nach Tramin, wo der aromatische weiße Gewürztraminer seinen Ursprung hat. Kaltern und Tramin mit ihren schönen historischen Häusern ist anzusehen, dass hier Wein und Tourismus Wohlstand gebracht haben. Martin Foradori von der berühmten Kellerei Hofstätter kombiniert im Zentrum von Tramin Tradition, moderne Kellertechnik und avantgardistische Architektur.
An den Weinhügeln der westlichen Talseite entlang fahren Sie nun nach Kurtatsch, das auf einer Geländeterrasse inmitten schönster Weinberge liegt. In den sehr warmen Lagen gedeiht hier z.B. der Cabernet »Freienfeld«. Am Fennberg steil darüber befinden sich auf etwa 1000 m die höchstgelegenen Weingüter Südtirols, wo Sie sich in der Schlosskellerei Turmhof in Entiklar Zeit nehmen sollten, um den beachtlichen Weißwein zu verkosten.
Im idyllischen Dörfchen Margreid, am Fuß des Fennberges, wächst die älteste, auf 1601 datierte Hausrebe Südtirols. Luis Lageder, der als »Weinpapst« weit über die Grenzen Südtirols hinaus bekannt ist, gehört hier der Weinberg von Cason Hirschprunn.
Bei Kurtinig und Salurn (34 km südlich von Bozen) erreichen Sie die Südgrenze des deutschen Sprachraums. Die Kellerei von Peter Zemmer keltert aus den tiefen und warmen Lagen um Kurtinig hervorragende Weine. Bei der Sektkellerei Weingut Haderburg in Salurn ist die Haderburg im Südwesten des Ortes namensgebend.
Auf Ihrem Rückweg an der östlichen Talseite der Etsch kommen Sie durch die Weinstraßen-Orte Neumarkt, Montan und Auer, bevor es über Leifers nach Bozen und Terlan zurückgeht. Sind Sie Ende August unterwegs, dann sollten Sie das traditionelle Laubenfest in Neumarkt nicht verpassen. Das Dörfchen Montan schmiegt sich oberhalb von Auer und Neumarkt an den Berg. Der Blauburgunder liefert in diesen Hang- und Hügellagen beste Qualitäten, jener von Franz Haas von der gleichnamigen Kellerei ist legendär! Lokale Weine können Sie im Oktober in Auer bei der Unterlandler Weinkostwoche verkosten.
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Der Radweg entlang der Etsch führt durch die von Obstplantagen geprägte Landschaft des Vinschgaus, durch Meran und Bozen bis ins Weinanbaugebiet des Überetsch und Unterland. Auf der 160 km langen Strecke von Reschen bis Salurn (Schilder mit Fahrradsymbol) geht es anfangs viel bergab, später rollen Sie eben dahin. Tagesetappen von 35-45 km sind gut möglich, zudem können Sie die Tour weiter an der Etsch entlang durch das Trentino fortsetzen. Nehmen Sie sich 6 Tage Zeit für die Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Rückweg: Von Salurn bis Bozen und Meran im Zug, von Meran bis Reschen nimmt Sie der Linienbus mit.
1. Tag: Reschenpass-Schlanders (ca. 45 km) Am Reschenpass entspringt die Etsch, Italiens zweitlängster Fluss. Der Radweg führt am Reschensee entlang, aus dem noch der Kirchturm von Graun ragt. Das Dorf versank, als der Stausee entstand. Nach Schleis und Laatsch erreichen Sie Glurns, die kleinste Stadt Südtirols mit vollständig erhaltener Stadtmauer. Ein Abstecher nach Schluderns lohnt sich wegen der Churburg und der weltweit größten privaten Rüstkammer. An der Etsch entlang führt der Radweg weiter nach Prad, das Nationalparkhaus Aquaprad informiert über den Lebensraum des Flussdeltas Prader Sand. Nach dem Marmordorf Laas geht es dem Tagesziel Schlanders entgegen. In dessen schöner Fußgängerzone, sollten Sie zu Fuß durch die Gassen bummeln.
2. u. 3. Tag: Schlanders-Meran (ca. 35 km) Ab Schlanders sind die Talflächen mit Apfelplantagen bedeckt, Burgen begleiten Sie wie etwa Kastelbell beim gleichnamigen Dorf und Schloss Juval oberhalb von Staben. Einen Stopp sollten Sie nicht nur an der gotischen Spitalskirche in Latsch sondern auch im Ortskern von Plaus beim »Totentanz«-Fresko des heimischen Künstlers Luis Stefan Stecher an der Friedhofsmauer einlegen. Während das sonnige Algund am Westrand von Meran noch zum Verweilen einlädt, lockt im Talkessel bereits Merans Altstadt zu einem Tag mit Shoppen und Genießen in den Cafés und Restaurants, Museen und auf den Kurpromenaden.
4. u. 5. Tag: Meran-Bozen (ca. 35 km) Nun lenken Sie Ihr Rad in Richtung Lana, der größten Apfelgemeinde Südtirols. Das Obstbaumuseum im Ansitz Larchgut zeigt die Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges. In der Pfarrkirche Niederlana sollten Sie dann den spätgotischen Schnatterpeck-Altar nicht verpassen, bevor Sie der Radweg, erneut durch Obstplantagen, nach Bozen führt. Die Altstadt, der Dom, die Laubengänge und Museen sowie die »Bilderburg« von Runkelstein sind ebenfalls einen Tagesaufenthalt wert.
6. Tag: Bozen-Salurn (ca. 35-45 km): Von Bozen können Sie auf dem Radweg gemütlich nach Salurn bummeln. Eine Alternative mit geringer Steigung beeindruckt weit mehr durch abwechslungsreiche Landschaft: Sie führt auf der Trasse einer aufgelassenen Schmalspurbahn über Frangart und Girlan durch das Weinstraßen-Gebiet nach Eppan und Kaltern, vorbei am Kalterer See bis Auer (22 km). Dort vereinen sich die beiden Streckenvarianten wieder und es geht über Neumarkt und Kurtinig nach Salurn. Besser als in der südlichsten Ortschaft Südtirols können Sie diese Fahrradgenusstour nicht beenden.
© Marco Polo