Die Rolle als Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens ist im Bewusstsein der Bürger bei weitem nicht so präsent wie jene schönen Zeiten, als Jan Wellem und seine Frau, die Letzte der Medici, hier Hof hielten. Im Grunde ist es für Besucher eher von Vorteil, dass Düsseldorfs glorreiche Zeiten als Residenzstadt schon seit 290 Jahren zu Ende sind. Die Stadt ist dadurch relativ klein geblieben. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen recht nah beieinander. Was etwas mehr außerhalb liegt, hat bis vor kurzem nicht dazugehört, beispielsweise die alte Pfalz in Kaiserswerth, das erst 1929 eingemeindet wurde.
- Rheinturm
Der 1982 eingeweihte Fernmeldeturm ist mit 234 m das höchste Gebäude der Stadt. In 172,5 m Höhe befindet sich das rundum verglaste Restaurant Top 180, das sich einmal in der Stunde um die eigene Achse dreht. Eine Etage tiefer gibt es eine Aussichtsebene mit Selbstbedienungsrestaurant.
Manch einem wird es vielleicht ein bisschen mulmig, wenn er von oben hinunterschaut, die schrägen Scheiben vermitteln das Gefühl, als stünde man mit einem Fuß schon draußen. Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das Panorama wirklich beeindruckend. Die Aussicht über die Stadt und das Umland ist phantastisch; an sehr klaren Tagen kann man sogar die Spitzen des Kölner Doms erblicken.
Außen an der Turmsäule ist eine Dezimaluhr zu sehen, von der man die Zeit bis auf eine Zehntelsekunde genau ablesen kann - wenn man's kann. Von oben nach unten zeigen Lichter die Zehnerstunden, Einerstunden, Zehnerminuten usw. an.
Für eine Stadt am Strom sind Brücken lebenswichtig. Den ersten Versuch, den damals noch sehr viel wilderen Rhein zu überwinden, unternahm Kurfürst Johann Wilhelm: Anno 1699 errichtete er eine »Fliegende Brücke«, eine ständige Fährverbindung zum linksrheinischen Fort Düsselburg. Das Gebiet gehörte jedoch zum kurkölnischen Besitz, und daher musste das Fort bald wieder aufgegeben werden. Die Fliegende Brücke aber bestand bis 1839, dann wurde eine Schiffsbrücke zwischen Düsseldorf und Oberkassel eröffnet. Private Unternehmer bauten von 1896 bis 1899 für den Straßenverkehr die Oberkasseler Brücke. Ende der 20er-Jahre folgte dann, als Teilstück der so genannten Reichsstraße 1, die Rheinbrücke zwischen Düsseldorf und Neuss. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs schließlich wurden alle Brücken gesprengt. 1946 begann man mit dem Wieder- bzw. Neuaufbau, und heute ist Düsseldorf stolz auf seine in der Welt einmalige »Brückenfamilie«. Im Innenstadtbereich wird der Rhein auf knapp 4 km von drei Brücken, der Oberkasseler, der Rheinknie- und der Theodor-Heuss-Brücke, überspannt, die alle nach demselben technischen Prinzip gebaut wurden, nämlich als Schrägseilbrücken.
Die 2002 freigegebene nördliche Flughafenbrücke ist der lang ersehnte Lückenschluss der A 44. Sie gehört zu den modernsten Brücken Europas. Blickfang sind die auf dem Kopf stehenden dreieckigen Pfeiler, die aufgrund der Einflugschneise des Flughafens mit 35 m extrem niedrig gehalten sind. A 44 Richtung Mönchengladbach
- »Gröne Jong«
Im Hofgartenweiher sitzt ein Triton und sprüht eine dicke Fontäne in die Luft; wegen seiner grünen Patina heißt er bei den Düsseldorfern nur der »Gröne Jong« - wobei das Grün immer dann ziemlich blass wird, wenn der Wasserhahn aus Sparsamkeit ab und zu zugedreht wird. - Radschlägerbrunnen
Die Radschläger sind das Symbol Düsseldorfs, auch wenn es sie heute, außer beim jährlichen Wettbewerb und als Schokoladen- und Marzipanfiguren, eher selten zu sehen gibt. Die 1954 von Alfred Zschorsch entworfene Plastik erinnert an die Zeiten, als die Jungen noch eifrig das Rad schlugen und die Zuschauer um »eene Penning« als Belohnung baten - was selbst damals nicht wörtlich gemeint war.
Denkmale
- »Auseinandersetzung«
Kunst nicht zum Anfassen, sondern zum Mitreden! Die beiden Streithähne des Bildhauers Seemann stehen nicht auf einem Sockel, sondern ebenerdig mitten in der Altstadt und zanken sich. Wer die beiden zum ersten Mal sieht, will gleich Partei ergreifen. - Gefallene der 39er
Die Reste des Denkmals für die Gefallenen des 39. Füsilierregiments von Jupp Rübsam stehen nahe der Tonhalle. 1928 war es zuerst dort aufgestellt worden, nachdem die Jury und die Künstlervereinigung ausdrücklich den humanistischen Charakter der Skulptur gewürdigt hatten. Militärischen Kreisen war es jedoch nicht »heldisch« genug; antisemitische Schmierereien verunstalteten es häufig, und 1930 wurde sogar ein Sprengstoffanschlag darauf verübt. Im März 1933 wurde es von den Nazis abgebrochen und an seiner Stelle 1939 ein pathetisches Denkmal am Reeser Platz enthüllt, das noch heute steht und immer wieder für Ärger gesorgt hat. Der Torso der Skulptur von Jupp Rübsam wurde 1978 von der Stadt als »Mahnung gegen Terror und Intoleranz« in der Nähe seines ursprünglichen Standorts wieder aufgestellt. - Heinrich-Heine-Denkmal
Die Geschichte der Denkmäler für Heinrich Heine ist lang und wahrlich kein Ruhmesblatt für die Stadt. Sie beginnt 1887 mit Kaiserin Elisabeth von Österreich, einer glühenden Heine-Verehrerin, die der Stadt ein Denkmal für den Dichter schenken wollte. Eine nationalistisch-antisemitische Hetzkampagne im Preußen der Hohenzollern gegen das Geschenk der Habsburger und gegen den »nestbeschmutzenden« Dichter bewirkte, dass das Anerbieten sechs Jahre später wieder zurückgezogen wurde. Auch Anfang des 20. Jhs. konnte sich die Stadt nicht entschließen, ein Denkmal aufzustellen, und selbst die Proteste von Schriftstellern und Künstlern aus aller Welt, von Käthe Kollwitz über Selma Lagerlöf bis Maxim Gorki, gegen die Verschleppungstaktik der Stadt bewirkten nichts. Aber mit dem Denkmalfonds, der anlässlich des Sissi-Geschenks gesammelt worden war, konnte immerhin eine Heine-Sammlung erworben werden, die der Grundstock für das 1970 gegründete Heine-Institut wurde.
Das zum 125. Todestag Heines von dem Münchner Mäzen Stefan Kaminsky gestiftete und von dem Düsseldorfer Bildhauer Bert Gerresheim geschaffene Denkmal am Schwanenmarkt nimmt die zwiespältige Haltung der Stadt und der Deutschen zu Heine auf. Es ist ein »Fragemal«, eine Vexierlandschaft aus der aufgesprengten Totenmaske, verschiedenen Anspielungen auf Heines Leben und Zitaten aus seinem Werk; am deutlichsten die Trommel des Tambours Le Grand. Das provozierende Denkmal hat lebhafte Kontroversen ausgelöst und reiht sich in dieser Hinsicht in die Geschichte des Denkmalstreits gut ein. - Jan-Wellem-Reiterstandbild
Es ist das älteste Denkmal in Düsseldorf, und, da alle Residenzbauten von Johann Wilhelm II. vernichtet sind, auch die einzige materielle Erinnerung an ihn. Sein Hofbildhauer Gabriel de Grupello schuf das Standbild 1711, es gilt als eine der herausragenden Barockstatuen nördlich der Alpen. - Johannes-von-Nepomuk-Statue
An der Ostseite der Oberkasseler Brücke steht die Skulptur des Brückenheiligen Nepomuk. Sie stammt von Bert Gerresheim und ist, wie alle seine Werke, von einer Mehrschichtigkeit, die verschiedene historische Ereignisse oder Personen miteinander verschmelzen lässt. Bei dieser Figur ist es das Thema des »schweigenden Widerstands«. Im 14. Jh. wurde Johannes von Nepomuk ein Märtyrer des schweigenden Widerstands, als er sich auch unter der Folter keine Zustimmung zum politischen Machtmissbrauch abringen ließ. Die Gesichtszüge des Heiligen, Böhmens Schutzpatron, sind die des Danziger Priesters Jerzy Popieluszko, der 1984 unter ähnlichen Umständen wie Nepomuk verhört, gefoltert und dann ertränkt wurde. - Schneider Wibbel
Das unermüdliche Schneiderlein an der Fassade der Schneider-Wibbel-Stuben ist eine Figur aus dem Theaterstück des Mundartdichters Hans Müller-Schlösser und zum Sinnbild rheinischer Schläue geworden. Wegen einer Beleidigung Kaiser Napoleons musste der Schneider ins Gefängnis, er schickte aber an seiner Stelle den Gesellen. Der starb unglücklicherweise, und alle Welt glaubte, der Wibbel sei tot, während der sich bei der Beerdigung freute, welch schöne Leiche er war. Viele Verwicklungen ergaben sich nun daraus, dass der Wibbel als tot galt, in Wahrheit aber quicklebendig war. Sie nachzuerzählen würde hier zu weit führen, jedenfalls nahm alles einen guten Ausgang. Schon 1913 wurde das Stück uraufgeführt, bis heute wird es gespielt. Fünfmal am Tag, und zwar um 11, 13, 15, 18 und um 21 Uhr, kommt eine Schneider-Wibbel-Figur in einem Glockenspiel aus der Fassade und näht und näht. Ein paar Meter weiter sitzt ein Bronze-Wibbel, der angeblich Glück bringt, wenn man ihm übers Knie streicht. - Stadterhebungsmonument
1988 stiftete der Heimatverein »Düsseldorfer Jonges« anlässlich des 700-jährigen Stadtjubiläums das große Stadterhebungsmonument, das der Bildhauer Bert Gerresheim schuf. Düsseldorf verdankt die Erhebung zur Stadt der Teilnahme an der Schlacht bei Worringen, einer der schrecklichen Metzeleien des Mittelalters. Symbole dieser Schlacht, Helme, Brustpanzer und der Reitende Tod, sind die zunächst beherrschenden Elemente der Plastik. Doch nach und nach entdecken Betrachter zahlreiche weitere Einzelheiten und Zitate, die die Geschichte Düsseldorfs in vielen Facetten und kleinen Anekdoten spiegeln. Sie zu erkennen ist nicht ganz einfach, für einen Auswärtigen schon gar nicht. Da präsentiert sich stolz der Bergische Löwe neben den Marktkarren, die ein Hinweis auf das 1288 erworbene Marktrecht sind; die Lippische Rose ist das Wappenzeichen eines der Adelshäuser, die an der Schlacht beteiligt waren, aber auch Symbol für ein friedliches Aufblühen von Stadt und Land. Vier Päpste sehen aus einem Fensterausschnitt und verweisen auf die Bedeutung der Religion im Leben der Stadt, u. a. als Wallfahrtsort. So gibt es noch zahlreiche weitere Bilder. Man muss das Monument »lesen«: von links nach rechts wie die Seite eines Geschichtsbuches, aber auch wie historische Schichten von unten nach oben. Eine Bronzetafel gibt, stark gekürzt, den Text der Stadterhebungsurkunde wieder. Im nicht weit entfernten Rathaus gibt es eine Broschüre mit Erklärungen und einer Dokumentation der Entstehung des Monuments.
- Carsch-Haus
Das Carsch-Haus hat im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegte Vergangenheit: Ursprünglich stand es nämlich 20 m vom heutigen Standort entfernt! Durch den U-Bahn-Bau musste der Heinrich-Heine-Platz umgestaltet werden, und das 1915 als Kaufhaus für Herrenkleidung eröffnete Gebäude stand im Weg. Doch gegen einen Abriss des eleganten, von der Kaufmannsfamilie Carsch im neoklassizistischen Stil errichteten Gebäudes erhoben die Denkmalschützer heftigen Widerspruch. Nach langen Diskussionen einigte man sich mit dem Besitzer, der Horten AG, auf eine so genannte Translozierung. Stück für Stück wurden die Teile der von Jugendstilelementen geprägten Fassade abgetragen, nummeriert und konserviert. Die Fassadenteile wurden dann auf den Neubau gesetzt. Vor dem Gebäude steht ein restaurierter Eisenpavillon aus dem Jahr 1906, um den Skateboardfahrer sausen. An manchen Samstagen sorgen hier Jazzbands für Stimmung. - Ehrenhof
1926 wurden die großen Ausstellungsbauten am Rheinufer errichtet. Die klar gegliederten kubischen Gebäude aus dunklem Backstein, die sich um den eigentlichen Ehrenhof gruppieren, sind überzeugende Beispiele expressionistischer Baukunst und moderner Stadtplanung. Heute werden sie zum Teil als Museumsbauten genutzt. Das Ensemble, das von Wilhelm Kreis entworfen wurde, besteht aus dem 2001 eröffneten Museum Kunstpalast, dem NRW Forum Kultur und Wirtschaft und direkt am Rhein den Rheinterrassen, einem Restaurant und Tagungszentrum. Schmuckstück der Anlage ist die Tonhalle am südlichen Ende. Sie diente ursprünglich als Planetarium, woran heute nur noch der goldene Stern auf der Kuppelspitze erinnert. Mitte der 70er-Jahre wurde sie in einem aufwändigen Verfahren restauriert und zur Konzerthalle umgebaut. Im Foyer mit seiner Rotunde finden gelegentlich Lesungen statt. Im Grünen Gewölbe, dem einzigen original erhaltenen Innenraum, stellt das benachbarte Museum Kunstpalast als Dauerleihgabe seine Glassammlung aus. Die goldene »Pallas Athene« von Johannes Knubel stand früher direkt vor der Tonhalle; heute schaut sie von der Oberkasseler Brücke zur Kunstakademie hinüber. - EKÔ-Haus der Japanischen Kultur
Das japanische Kulturzentrum mit dem prächtigen shinbuddhistischen Tempel widmet sich der Verbreitung japanischer Kultur mit zahlreichen Vorträgen und Veranstaltungen, u. a. Einführungen in die Teezeremonie. Garten und Landschaftsgestaltung sind wesentliche Elemente der sehenswerten Anlage. - Flughafen
Nach der verheerenden Brandkatastrophe mit 17 Todesopfern im April 1996 mussten die Fluggäste jahrelang in einem Provisorium einchecken. Die in Rekordzeit entstandenen Neubauten der Terminals B und C sind ein Meisterwerk des Architekten Zbigniew Pszczulny - helle und weitläufige Gebäude aus Glas und Stahl.
Deutschlands schönsten Flughafen und den ICE-Fernbahnhof verbindet eine Hochbahn, der Sky-Train. Die Airport-Arkaden laden mit ihren Boutiquen, Parfümerien und Delikatessengeschäften zum Shoppen ein, und Besucher können den Flugbetrieb von drei Aussichtsterrassen aus verfolgen. - Kunstakademie
Nach der letzten Restaurierung erstrahlt der Sandstein der Akademie wieder in goldenem Glanz. Als das Stadtschloss, in dem die Kunstakademie untergebracht war, 1872 abbrannte, wurde ein Neubau nötig. Damals war italienische Renaissance in Mode, und so erstand auch die neue Akademie in diesem Stil. Einmal im Jahr, meist Ende Februar, veranstaltet die Akademie den Großen Rundgang; dann zeigen Studenten der Öffentlichkeit ihre neuen Arbeiten. - Landtag
1988 wurde der extravagante Bau, der den Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen beherbergt, eröffnet. Der gelbe Elbsandstein und das rotbraune Kupfer sowie die außergewöhnliche Architektur verleihen der Anlage eine gewisse, für öffentliche Gebäude nicht gerade übliche Freundlichkeit und Wärme. Es gibt keine Winkel oder scharfen Ecken, die aufgebrochenen runden Formen sollen Demokratie, Bürgernähe und Offenheit symbolisieren.
Leider hält die Verwaltung mit dem ehrenwerten architektonischen Anspruch nicht ganz mit - ein Bürger, der sich das Gebäude nur ansehen will, kommt nicht ohne Schwierigkeiten hinein. Es gibt keine Führungen, sondern nur eine einstündige »Einführung in die parlamentarische Arbeit« mit Besichtigung des Plenarsaals. Gruppen müssen sich auf eine Wartezeit von 6 Monaten gefasst machen; Einzelpersonen werden schon 1 bis 2 Wochen nach der Anmeldung berücksichtigt. In der sitzungsfreien Zeit finden keine Besichtigungen statt. - Neuer Zollhof
Kippende Wände, windschiefe Türme, im Mauerwerk verkantete Fenster: Der von dem kalifornischen Architekten Frank O. Gehry entworfene Neue Zollhof ist der Eyecatcher des Medienhafens. Die drei nebeneinander gesetzten Bauwerke in Weiß, Silber und Rot stehen im Kontrast zu den umliegenden Gebäuden aus Stahl, Beton und Glas. Pop oder Avantgarde, Dadaismus oder Spätdekonstruktivismus - während Fachleute über den Stil streiten, genießen die Düsseldorfer die bewegte Architektur, die das wahre Leben widerspiegelt: Nichts verläuft gradlinig. In den preisgekrönten Gehry-Bauten, wie die Düsseldorfer sie nennen, haben verschiedene Werbeagenturen, Anwälte, Immobilienfirmen und Architekten ihre Büros eingerichtet. Der Neue Zollhof ist ein beliebter Treffpunkt. Man sitzt bei schönem Wetter auf dem Platz davor, trinkt ein Bierchen, erfreut sich der faszinierenden Architektur oder guckt auf den Rhein; auch Skater haben hier viel Platz. - Palais Wittgenstein
Das schöne Barockgebäude wurde für einen Weinhändler erbaut. Heute ist es ein Haus der geistigen und kulturellen Genüsse. Es finden Kammerkonzerte und Vorträge statt; außerdem ist das Institut Français hier untergebracht. Im Hinterhof befindet sich das Marionettentheater, das anspruchsvolle Stücke zeigt. - Rathaus
In einem Komplex aus mehreren Gebäuden, darunter das Grupello-Haus und das alte Rathaus, gehen Politiker und Angestellte der Stadtverwaltung ihren Geschäften nach. Die typisch niederrheinische Fassade des historischen Rathauses ist, seit es der Duisburger Maurermeister Heinrich Tußmann 1573 erbaute, fast unverändert geblieben. Das Gebäude selbst wurde Ende der 50er-Jahre mit der ehemaligen kurfürstlichen Kanzlei zu einer Einheit umgebaut. Auf dem Marktplatz, auf dem heute nur mehr in ein paar Buden Obst feilgeboten wird, steht groß und prächtig die von Gabriel de Grupello geschaffene Reiterstatue des Kurfürsten Jan Wellem. Dauer- und Wechselausstellungen zur Stadtentwicklung, Führungen Mittwoch ab 15 Uhr, Treffpunkt im Foyer, Dauer ca. 1 Stunde. - Stadttor
Hoch über der Einfahrt zum Rheinufertunnel, einer der Hauptverkehrsachsen aus den südlichen Stadtteilen ins Zentrum, erhebt sich das neue Stadttor. Die transparente Stahl- und Glaskonstruktion in Form von einem auf dem Kopf stehenden U (die Außenwände sind völlig verglast) mit 20 Stockwerken ist seit 1999 auch Sitz der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei. Im zehnten Stock des mit hochmodernen Klimatisierungs- und Sicherheitssystemen ausgestatteten Hochhauses residiert Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit einem herrlichen Blick auf Rheinturm, Uferpromenade, Bilk und Oberkassel. - Thyssen-Hochhaus
Nach seinen drei parallel stehenden, großflächig verglasten Baukörpern heißt das Verwaltungsgebäude des Stahlkonzerns auch »Dreischeibenhaus«. 1956-60 wurde es von den Architekten Hentrich, Petschnigg und Partner erbaut. Seither gilt es als Wahrzeichen des modernen Düsseldorf. - Westdeutscher Rundfunk
Das postmoderne Gebäude ist erst 1991 bezogen worden, nachdem der Düsseldorfer Stab des WDR jahrelang zur Untermiete gewohnt hatte. Die gläserne Fassade, blau eingerahmt, gibt dem Koloss ein transparentes Aussehen. Wie Fernsehen und Hörfunk arbeiten, kann man sich bei einer kostenlosen Führung zeigen lassen: um 11.30 und 14 Uhr, ca. 1,5 Stunden; Anmeldung frühzeitig erforderlich bei der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit. - Wilhelm-Marx-Haus
Deutschlands erstes Bürohochhaus. Verglichen mit amerikanischen Wolkenkratzern aus jener Zeit nimmt es sich in seinem Stil der neuen Sachlichkeit eher bescheiden aus, aber zu seiner Bauzeit, 1924, befand sich Deutschland in der Wirtschaftskrise, und das Unternehmen erschien unter diesen Bedingungen geradezu unerhört. Benannt ist es nach dem Oberbürgermeister Wilhelm Marx, der zu Kaisers Zeiten viel für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt getan hat.
- Alt St. Martin
Die kleine romanische Basilika ist die älteste Kirche Düsseldorfs; sie ist im 12. Jh. auf Resten einer noch älteren Kirche in Bilk erbaut worden. Im 19. Jh. war sie nahezu verfallen, und nur weil ihr Turm der Sternwarte Bilk als trigonometrischer Punkt diente, wurde sie nicht abgerissen. Ein Fernrohr erinnert als »Sternwartmal« daran. - Moschee
Früher kamen die vor allem aus der Türkei stammenden Düsseldorfer Muslime in verschiedenen, auf das gesamte Stadtgebiet verteilten Gebetsräumen zusammen. 2002 hat der Türkisch-Islamische Kulturverein das im Innern mit Marmor, Ornamenten und Fresken verzierte Gotteshaus im ehemaligen Derendorfer Bahnhof eröffnet. Ein Minarett gibt es nicht, dafür haben die Architekten auf das Dach des von Vereinsmitgliedern in Eigenarbeit umgestalteten Gotteshauses drei kleine Türmchen gesetzt. Führungen werden nicht angeboten, Besucher sind aber jederzeit willkommen. - St. Andreas
Die ehemalige Jesuiten- und Hofkirche passt mit ihrem heitergelben Anstrich gut zum Ambiente der Altstadt. Sie gehört zu den kunsthistorisch interessantesten Kirchen der ausgehenden Renaissance und des beginnenden Barocks und markiert einen wichtigen Stilwandel. Ihre Anlage folgt dem Vorbild der Jesuitenkirche in Neuburg a. d. Donau. Beide hat Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm errichten lassen, der seine Residenz von Neuburg nach Düsseldorf verlegte. In St. Andreas befindet sich das Mausoleum von Jan Wellem. Der im Krieg zerstörte Altar wurde durch einen neuen von Ewald Mataré ersetzt - er wirkt bizarr in der barocken Umgebung. - St. Lambertus
Auch Düsseldorf hat einen schiefen Turm: den Kirchturm von St. Lambertus. Mehrere Erklärungen für die Verformung der Turmspitze kursieren. Der Küster bietet die prosaischste an: Das Holz sei beim Bau noch feucht gewesen, und beim Trocknen habe es sich dann verzogen, sodass der Turm leicht verdreht aussieht. Auf den Resten einer romanischen Vorgängerin gebaut, machte die Pfarrkirche 1288, als das Dorf an der Düssel zur Stadt erhoben wurde, dessen Karriere mit und wurde in ein Kanonikerstift umgewandelt. 1394 erhielt sie ihre heutige Gestalt. Herzog Wilhelm machte die Kirche mit großem Geschick und Einfallsreichtun zu einem religiösen Zentrum: Er kaufte - und stahl - eifrig Reliquien, darunter auch die Gebeine des Stadtpatrons, des heiligen Apollinaris; leider bekam er sie ohne den Kopf. Das Wallfahrtsgeschäft blühte dennoch. Zeitweise gab es bis zu zwanzig Altäre in der Kirche, an denen den Pilgern die Messe gelesen wurde.
Einen Blick sollten Sie auch auf die lustigen Misericordien an der Unterseite der Klappsitze im Chorgestühl werfen, z. B. auf den Bauern, der sich eine Scheibe vom Schwein abschneidet. Jeden letzten Sa im Monat um 10 Uhr Führungen durch die Kirche und zum Kirchenschatz. - Synagoge
Die Synagoge in Derendorf stammt aus dem Jahr 1958 und ist ein heller, sachlicher Bau mit schönen bunten Fenstermosaiken. Von der großen Synagoge an der Kasernenstraße - 1904 von Josef Kleesattel, dem Erbauer der Rochuskirche, geschaffen - steht nichts mehr. Am 10. November 1938 wurde sie geplündert und angezündet. Der Hass auf die jüdische Bevölkerung tobte sich hier besonders heftig aus, da in Düsseldorf die Eltern des Botschaftssekretärs Ernst vom Rath lebten. Er war in Paris von Herschel Grünspan erschossen worden; dieses Attentat diente als Anlass für den staatlich initiierten Volkszorn. Eine Gedenktafel vor dem »Handelsblatt«-Haus, das heute an der Stelle steht, erinnert an die alte Synagoge. Nach Voranmeldung und individueller Vereinbarung kann die neue Synagoge in Derendorf besichtigt werden; die Führung dauert ca. 1 Stunde.
Friedhöfe & Gruften
- Golzheimer Friedhof
Hier ruhen viele Düsseldorfer Größen aus Kunst und Kultur des 19. Jhs. in zum Teil aufwändig gestalteten Grabstellen, beispielsweise der Maler Alfred Rethel, der Theatermann Karl Immermann, der Architekt Wilhelm von Schadow und auch der Schöpfer der Friedhofsanlage, der Gartenarchitekt Maximilian Weyhe. Das Gelände diente nur von 1805 bis 1897 als Friedhof. Morbide ist die Stimmung daher nicht mehr, im Gegenteil: In dem kleinen Park mit schönen alten Bäumen ist es vor allem im Frühjahr sehr romantisch, und im Sommer angenehm kühl. Die viel befahrene Klever Straße schneidet den Friedhof brutal in zwei Teile, dennoch ist er ein zauberhafter Ort geblieben. - Nordfriedhof
Der Nordfriedhof wurde 1883 als Ersatz für den zu klein gewordenen Golzheimer Friedhof angelegt. Auch in dieser großen, parkartigen Anlage sind Gräber vieler Düsseldorfer Berühmtheiten zu finden, u. a. der Brüder Achenbach, der Theaterintendantin Louise Dumont, der Kunsthändlerin Johanna Ey. Auch Düsseldorfer Industriellenfamilien wie Bagel, Henkel, Haniel, Poensgen und Schwann haben hier ihre Grabstätten. Sie befinden sich vor allem auf dem Hügel rund um das Hochkreuz, vom Volksmund deshalb frech »Millionenhügel« genannt. Die reichen Familien engagierten für die Gestaltung der Grabmäler oft bedeutende Künstler; das Grab der Familien Pfeiffer und Schieß etwa gestaltete Fritz Coubillier, der auch die Tritonengruppe an der Kö schuf. Von dem Bildhauer Karl Janssen stammt die Göttin des Schlafes auf dem Grab der Familie Henkel. Ernst Barlach schuf die Figur auf dem Grab der Louise Dumont. An die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnert ein Mahnmal von Jupp Rübsam.
- Botanischer Garten
Der Botanische Garten gehört zur Universität und ist eigentlich in erster Linie für Lehr- und Forschungszwecke angelegt. Wegen der schönen Gestaltung und der Blumenpracht ist er aber auch beim Publikum beliebt. Die Attraktion ist das Gewächshaus, das aus einer sphärischen Plexiglaskuppel besteht. Hier haben die tropischen Exoten ihr warmes Heim. - Hofgarten
Der schönste innerstädtische Park. Die Sommerkonzerte sind da nur ein zusätzlicher Anreiz. Im 16. Jh. lag der fürstliche Hofgarten als erster Lustgarten Düsseldorfs ein wenig außerhalb in Pempelfort. Als nach mehreren Missernten große Not und Armut herrschten, gab Kurfürst Karl Theodor 1769 eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Auftrag, nämlich den mittlerweile verfallenen Park wieder herzurichten. Von der Anlage und von der Nutzung her war der Hofgarten Vorbild für den 20 Jahre später entstehenden ersten deutschen Volksgarten, den Englischen Garten in München. Durch die französischen Besatzungstruppen zerstört, wurde der Hofgarten auf Grund des Napoleon'schen »Verschönerungsdekrets« von Maximilian Weyhe auf den geschleiften Festungsanlagen als englischer Landschaftsgarten neu gestaltet. Nur der Teil um die Reitallee, die zum Schloss Jägerhof führt, zeigt sich streng geometrisch. Denkmäler für Heinrich Heine und Robert Schumann, für Christian Dietrich Grabbe, Gustaf Gründgens und Peter von Cornelius sind ebenso in der weiträumigen Parkanlage zu finden wie eine moderne Plastik von Henry Moore oder der Bronzeabguss des Märchenbrunnens; das Marmororiginal musste vor ständigen Beschädigungen gerettet werden und steht deshalb im Kaufhof an der Kö. - Lantz'scher Park
Zwischen Messegelände und Kaiserswerth liegt der kleine, aber ausgesprochen prächtige alte Park, der 1860 als englischer Garten um das klassizistische Herrenhaus angelegt wurde. Zeitgenössische große Plastiken von Richard Serra und anderen ergeben bizarre Effekte unter den alten Bäumen. - Malkastenpark
Versteckt liegt der Garten hinter dem Malkasten, dem Haus des Künstlervereins. Man muss das Restaurant des Malkastens durchqueren, manchmal von den Kellnern kritisch beäugt, um durch die Terrassentür in den Garten zu gelangen. An dessen Nordseite steht das nach Kriegszerstörung wieder aufgebaute Haus der Brüder Jacobi, einer wichtigen Düsseldorfer Fabrikantenfamilie. Bekannt wurde Friedrich Heinrich Jacobi jedoch nicht wegen seiner Geschäfte, sondern wegen seiner profunden wissenschaftlichen Werke, die ihn in regen Kontakt und Austausch mit den Großen aus Philosophie und Dichtung brachten. In seinem Haus empfing er Gäste wie Goethe, Hamann, Wieland und Diderot, mit denen er durch seinen zauberhaften Garten wandelte. Dieser war als Landschaftsgarten nach holländischen und englischen Vorbildern angelegt und genoss schon damals den Ruf eines kleinen Paradieses.
Doch die Schönheit des Malkastenparks lässt sich auch ohne das Wissen um diese Vergangenheit genießen. Die geschickte, abwechslungsreiche Linienführung, kleine Hügelchen und die »Flusslandschaft« der Düssel lassen den Park sehr viel größer erscheinen, als er tatsächlich ist, und erzeugen eine ganz eigenartige, kostbar-zauberische Atmosphäre. Botanische Raritäten, Skulpturen verschiedener Art, u. a. eine nackte Sonnenanbeterin auf dem Venusteich, und im Sommer ein rustikaler kleiner Biergarten - was will man mehr? - Nordpark
Der Nordpark wurde 1937 anlässlich der nationalsozialistischen Ausstellung »Schaffendes Volk« eröffnet; nebenan befand sich die Mustersiedlung »Albert Leo Schlageter«. Noch heute sind einige heroische Skulpturen aus jener Zeit zu sehen. Am Tor stehen zwei Rossebändiger von Edwin Scharf, die eigentlich gut in den Stil der Zeit zu passen scheinen, damals aber bei den Nationalsozialisten wenig Gefallen fanden. Trotz seiner Entstehungsgeschichte ist der Nordpark eine ausgesprochen schöne und auch sehr beliebte Anlage. Wasserspiele und riesige Blumenfelder haben schon viele Besucher entzückt. 1975 kam der Japanische Garten dazu, ein Geschenk der japanischen Kolonie in Düsseldorf. Seit 1987 befindet sich hier außerdem das Löbbecke-Museum mit dem Aquazoo. - Rheinpark
Von der Altstadt bis zur Nordbrücke zieht sich ein breiter Grünstreifen am Rheinufer entlang, der 1902 und 1926 für zwei große Ausstellungen angelegt wurde. Hier ist fast immer etwas los. Besonders im Sommer ist dies das Mekka der Flaneure, Radfahrer, Jogger, Fußballspieler und auch der Faulenzer, die einfach nur auf der Decke oder dem mitgebrachten Liegestuhl einen »lazy afternoon« verbummeln. Biergärten und schwimmende Cafés helfen bei zu großer Trockenheit. - Südpark
Der Südpark ist aus dem Gelände der Bundesgartenschau von 1987 hervorgegangen; er bezieht die Kleingartenanlagen ein, und über eine Brücke gelangt man zum Botanischen Garten der Universität. Der Südpark ist ein gründlich gestalteter Garten, mit einem Heckenlabyrinth und so genannten Erlebniszonen, in denen verschiedene Vegetationsverhältnisse simuliert werden, mit Kräuter-, Heide-, Duft- und Rosengarten; ein ehemaliger Baggersee wurde in ein Feuchtbiotop umgewandelt. Bei Kindern besonders beliebt ist ein kleiner Hof, in dem man Ziegen, Schafe, Hühner und Kaninchen anschauen und streicheln darf. Die Düssel schlängelt sich am Park entlang und wird hier von den Düsseldorfern wirklich einmal mit Wertschätzung behandelt. - Volksgarten
Der Volksgarten ist ein Teil des Südparks, er war Keimzelle für das Bundesgartenschaugelände. Doch die Düsseldorfer betrachten ihn als etwas Eigenständiges und kämpften verbissen um seine Erhaltung, als er ganz von der Buga geschluckt werden sollte. Im Sommer finden am See Grillfeste statt - mit Alt und Jung und Leuten verschiedener Nationen.
Am Eingang des Volksgartens stehen die großen »Zeitblumen« von Klaus Rinke, 24 riesige Normalzeituhren, die unerbittlich jedem seine »verblühende« Zeit anzeigen. Im Volksgarten und im Südpark gibt es elf Skulpturen von Künstlern, die als Schüler oder Lehrer mit der Akademie verbunden sind, u. a. Norbert Krickes »Großer Gideon« und eine Stele von Ulrich Rückriem.
- Bertha-von-Suttner-Platz
Anfang der 80er-Jahre wurde der Platz hinter dem Bahnhof neu gestaltet und nach der Schriftstellerin Bertha von Suttner, die 1905 den Friedensnobelpreis erhielt, benannt. Mehrere hohe Bürobauten, u. a. die Volkshochschule, bilden ein postmodernes Ensemble, das mit den großen Edelstahlplastiken von Klaus Antes und ein paar Wasserbecken nicht direkt einladend wirkt. Trotzdem ist der Platz belebt, und die Betreiber der Cafés, die im Sommer Tische nach draußen stellen, versuchen nach Kräften, ein südliches Ambiente nachzuahmen. - Burgplatz
Stimmungsvoll, belebt, urban - der Burgplatz in der Altstadt im Schatten des Schlossturms ist für die Düsseldorfer das, was für die Italiener die Piazza ist. Bei gutem Wetter kann man hier unter freiem Himmel essen oder sich auf die breite Ufertreppe setzen, um den Rhein oder den Sonnenuntergang zu genießen. Seit der Verkehr der Rheinuferstraße in einen Tunnel verbannt wurde, trennt nichts mehr den Burgplatz vom Fluss. Er ist daher der ideale Ausgangspunkt für Spaziergänge auf der neuen Rheinpromenade, die u. a. an einem freigelegten Becken des alten Hafens vorbeiführt. Vor allem an den Wochenenden scheinen die Düsseldorfer auf den Beinen zu sein, um die Rückkehr der Stadt an ihren Fluss zu feiern.
- Bilk
Das Viertel südwestlich vom Bahnhof war ursprünglich eine Arbeitergegend, in der alles nahe beieinander lag: Arbeitsplatz, Wohnung, Vereinslokal. Seit den späten 60er-Jahren wird die alte Struktur jedoch nach und nach aufgebrochen, nicht zuletzt durch den Einfluss der Universität. Hier wohnen viele Studenten, und in die sanierten Häuser ziehen mehr und mehr betuchte Kulturschaffende. Viele kleine Geschäfte, türkische Läden und Antiquariate sorgen für eine individuelle Atmosphäre, die zum Bummeln einlädt. Übrigens, es gibt sogar im Weltall Bilker Reminiszenzen: Es sind sieben kleine Planeten, die »Bilker Planetoiden«, die Robert Luther im vorletzten Jahrhundert von der Bilker Sternwarte aus entdeckte. - Hafen
Von dem alten Hafen ist immer weniger zu sehen, eine Bedeutung als Handelshafen hat er sowieso erst seit der Zusammenlegung mit Neuss. Duisburg als größter Binnenhafen ist für die Region wichtiger. Zwar wurden schon früh Zölle erhoben, der erste befestigte Hafen entstand aber erst im 16. Jh. als Teil der Befestigungsanlagen. Ein großer Hafen auf der Halbinsel Lausward wurde gebaut, als Düsseldorf am Ende des 19. Jhs. einen gewaltigen Aufschwung als Industriemetropole nahm; er war damals einer der modernen Binnenhäfen Deutschlands.
Das Hafenviertel wandelt sich mehr und mehr zum schicken Revier für Medienleute, Künstler und Politiker. An der Kaistraße sind Produktionsstudios für Film und Fernsehen, Fernsehsender, Werbeagenturen, Galerien und das Europäische Medieninstitut eingezogen. Die moderne Architektur ist abwechslungsreich und sehenswert. Zahlreiche Kneipen und Restaurants der gehobenen Klasse sorgen für das passende Umfeld. - Kaiserswerth
Erst seit 1929 ist Kaiserswerth ein Stadtteil von Düsseldorf. Bis dahin zehrte es allein von seiner ruhmvollen Vergangenheit. Um 700 gründete der englische Missionsbischof Swidbert hier ein Benediktinerkloster. Zur Kaiserinsel - denn »Werth« heißt Insel - wurde der Flecken, als im 9. Jh. eine Pfalz angelegt wurde, die Kaiser Barbarossa später erweitern ließ. Viel zu sehen ist von ihr nicht mehr, denn im Spanischen Erbfolgekrieg wurde sie gesprengt. Ein Bummel durch die schönen alten Gassen ist ein beliebter Sonntagnachmittagssport der Düsseldorfer, deshalb sollten Sie sich Kaiserswerth lieber während der Woche ansehen.
Sehr stimmungsvoll ist der Suitbertus-Stiftsplatz mit der ehemaligen Stiftskirche St. Suitbertus aus dem 11. Jh. Hier steht auch das Geburtshaus von Friedrich von Spee, der mit seiner »Cautio Criminalis« gegen die Hexenverbrennungen anschrieb und sich damit viel Ärger einhandelte. Berühmt war er aber auch wegen seines schönen Liederbuchs. Und noch einer hat sich in Kaiserswerth um seine Mitmenschen bemüht, der Begründer der Diakonissenanstalt, Theodor Fliedner. - Karlstadt
Direkt an die Altstadt schließt sich die Karlstadt mit bezaubernden Patrizierhäusern aus dem 18. Jh. an, in denen heute Kulturinstitute, Galerien, Läden und exquisite Antiquitätengeschäfte untergebracht sind - und natürlich Cafés und Kneipen. Die Karlstadt war eine von Kurfürst Karl Theodor seit 1722 ins Werk gesetzte Stadterweiterung. Um die privaten Bauherren zu ermuntern, erließ er eine Steuerbefreiung bis zum Jahr 1800. Außerdem sollte kein Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten gemacht werden, auch nicht zwischen In- und Ausländern, und für das Bürgerrecht brauchte man anders als sonst keine Kaution zu stellen - da könnte ein Herrscher aus dem 18. Jh. ein Vorbild für die Gegenwart sein! - Oberkassel
Das schöne Viertel auf der anderen Seite des Rheins sieht so ehrwürdig aus, als sei es schon immer da gewesen. Dabei ist es nur etwas über 100 Jahre alt. 1888 kaufte die Rheinische Bahngesellschaft unter Führung des Industriellen Heinrich Lueg das Gelände um das winzige Dörfchen Oberkassel, das zu Heerdt gehörte, als Spekulationsobjekt und weil eine Bahnlinie nach Krefeld geplant war. In dem neuen Viertel sollten das gehobene Bürgertum, Beamte, Angestellte, Selbstständige und Künstler eine attraktive Wohngegend bekommen. Die wilhelminisch-eklektizistische Fassadenfront am Rheinufer, dem Kaiser-Wilhelm- und dem Kaiser-Friedrich-Ring, ist ein prächtiger Beweis dafür, dass das Konzept im Wesentlichen aufgegangen ist.
Oberkassel gehört zu den teuren Vierteln Düsseldorfs. Hinter den schönen Fassaden an den Ringen leben nur wenige Privatleute; Consulting-, Werbe- und Modefirmen haben hier ihre Büros oder Showrooms. Die teuren Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen können privat kaum finanziert werden, es sei denn durch Vermietung an zahlungskräftige Gewerbetreibende. Ein Spaziergang lohnt sich auch in den kleinen und zum Teil recht stillen Straßen hinter dem Kaiser-Wilhelm-Ring, südlich der Luegallee. Hier findet man von der Neorenaissance über den Neobarock und Neoklassizismus bis zum Jugendstil ein bezauberndes Nebeneinander verschiedener Stilelemente. Abstecher in die zahlreichen Kneipen und Cafés entlang des »Boulevards«, der Luegallee, können einem durchaus das Gefühl geben, in Paris zu sitzen.
- Berliner Allee
Direkt schön ist die größte Achse durch die Innenstadt nicht, im Vergleich zu ihrer Parallele, der Kö, ist sie sogar ziemlich hässlich. Die durch Bomben im Zweiten Weltkrieg geschlagene Schneise wurde ausgebaut, um die Königsallee vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Willy Brandt, damals Regierender Bürgermeister von Berlin, weihte sie 1960 ein. Am südlichen Ende steht der Berliner Bär, und schon lange vor dem Fall der Mauer hieß der Platz am nördlichen Ende Platz der Deutschen Einheit. - Kiefernstraße
Sie ist Düsseldorfs Pendant zur Hamburger Hafenstraße und hat Mitte der 80er-Jahre für Unruhe und Empörung in der Bevölkerung gesorgt, weil sich dort angeblich Mitglieder oder Anhänger der terroristischen Rote Armee Fraktion verborgen hielten. Ursprünglich waren die 1910 gebauten Häuser Werkswohnungen für die Arbeiter der Eisen- und Drahtindustrie. Als die Klöckner-Werke 1975 stillgelegt wurden, übernahm die Stadt die Häuser und versuchte, sie zu »entmieten« und dann abzureißen. 1981 jedoch wurden die ersten Häuser besetzt, und nach jahrelangen Querelen und meist erfolglosen Razzien in den mit Graffitis übersäten Gebäuden wurden mit den Besetzern ordentliche Mietverträge geschlossen. - Königsallee
Die Einkaufsmeile hieß gar nicht immer nach dem König, sondern früher Kastanienallee nach dem Baumbestand, den noch Maximilian Weyhe 1804 angelegt hatte. Damals bildete die Allee die Stadtgrenze auf den niedergerissenen Befestigungsanlagen und galt keineswegs als gute Wohngegend, sondern als Randlage und für Geschäfte nicht sehr lukrativ. Das hat sich allerdings im Lauf der Zeit vollkommen geändert. Im 19. Jh. entwickelte sie sich zu einer vornehmen Wohngegend, und 1902 öffnete das erste Ladenlokal seine Türen.
Die Umbenennung der Kastanienallee war der Versuch einer Wiedergutmachung: Die Düsseldorfer Bürger hatten sich nämlich beim Besuch König Friedrich Wilhelms IV. eine - im Revolutionsjahr 1848 sicher verständliche - Entgleisung geleistet: Statt ihm zuzujubeln, bewarfen sie den hohen Herrn mit Pferdeäpfeln. Die Stadtväter waren aufs Peinlichste berührt und entschuldigten sich brieflich - und zum Zeichen der nach wie vor bestehenden Treue zum König wurde die Kastanienallee in Königsallee umgetauft.
Die letzte Umwälzung, die die Königsallee erlebt hat, war eine Renovierung im Zuge des U-Bahn-Baus. Der Bürgersteig wurde verbreitert und mit Granitplatten belegt, und Poller, Kioske und Straßenlaternen wurden auf Jugendstil oder jedenfalls auf altmodisch getrimmt. Sogar die Post spielte mit und stellte besonders hübsche, historisch gestylte Telefonhäuschen auf - die normalerweise übliche Ausführung hätte einfach nicht zu den teuren Schaufensterfronten gepasst.


