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Im idyllischen Neandertal wurden 1856 in einer Grotte die Knochen- und Schädelreste des seither berühmtesten Urmenschen gefunden. 1996 wurde das Neanderthal-Museum eröffnet, das die Menschheitsgeschichte von ihren Anfängen vor 4 Mio. Jahren bis heute als atemberaubendes Erlebnis präsentiert. Aus der Erde kommend, wird der Besucher über eine ansteigende Rampe wie auf einer Spirale durch fünf Themenräume und einen Zeittunnel geleitet, der die Menschheitsentwicklung in sechs Etappen eindrucksvoll vor Augen führt. Der Neandertaler ist hier nur einer unserer zahlreichen Vorgänger, aber er ist gewissermaßen persönlich anwesend, nämlich in Gestalt lebensechter Dermoplastiken, die von einer Pariser Bildhauerin anhand von Computerrekonstruktionen geschaffen wurden. Die Überraschung: Der Neandertaler tritt einem nicht als barbarischer Urmensch entgegen, sondern als intelligenter Vorfahr mit reichem Wissen und beachtlichen technischen Fertigkeiten. Insgesamt zwölf Figuren sind hier zu sehen, vom frühen Homo erectus der afrikanischen Steppe bis zum Neandertal-Mädchen. Jede Etappe des dunklen Zeittunnels ist wirkungsvoll mit suggestiven Lichteffekten inszeniert, ein Audioleitsystem vermittelt Hörerlebnisse. Das Spektrum der Themenräume reicht vom »Leben und Überleben« bis zur »Kommunikation« - mit Ausblick auf die Kommunikationstechnologie, die uns das 21. Jh. beschert. Multimediale Technik erlaubt es Besuchern, sich selbst in die Erforschung der Menschheitsgeschichte einzuschalten. Im Hinblick auf Thema und Präsentation ist das Neanderthal-Museum eine weltweit einzigartige Attraktion.
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Zwischen Düsseldorf, Köln und Aachen befindet sich die größte Braunkohlelagerstätte Europas. Vor allem bei Sonne ein farbenprächtiges Schauspiel aus Weiß-, Gelb-, Braun- und Schwarztönen bietet der kilometerlange und etwa 200 m tiefe Tagebau Garzweiler I bei Grevenbroich. Die Erde, die die Bagger hier auf der rechten Seite wegkratzen, wird auf der linken wieder aufgeschüttet. Das Tagebauloch wird deshalb nie größer, wandert von Ost nach West - und frisst dabei alles, was ihm in den Weg kommt: Felder, Flüsse, Orte. Das Dörfchen Kaster bei Bedburg hatte Glück: Aus Rücksicht auf sein historisches Stadtbild wurde es von den Baggern verschont. Mehrere Restaurants und Cafés laden hier zu einer Mittagspause ein.
Von Kaster aus ist man in 15 Minuten am Tagebau Hambach, der mit 400 m Tiefe als das »größte Loch der Welt« gilt. Am Westrand dieser Tagebaugrube erstreckt sich die Sophienhöhe, eine ehemalige Aufschüttungshalde, die sich heute als bewaldeter Höhenrücken in die Landschaft einfügt - ein Musterbeispiel für Rekultivierung. Die beiden künstlichen Gipfel der Sophienhöhe bieten einen großartigen Ausblick auf das Land über der Braunkohle - weshalb sie bei Spaziergängern und Greifvögeln gleichermaßen beliebt sind. Wer sich von der Praxis der Landschaftszerstörung ein Bild machen will, unterbricht seine Rückfahrt bei Otzenrath: Dieses Dorf soll nach den Plänen von Rheinbraun den Baggern als nächstes zum Opfer fallen.
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Düsseldorfs Stadtwald am nordöstlichen Stadtrand ist eine bewaldete Hügellandschaft, die in jeder Jahreszeit zu Spaziergängen einlädt. Zwei Attraktionen sind besonders populär: der Wildpark und die Galopprennbahn. Vor allem bei Familien ist der Park mit seinen Rotwild, Schwarzwild- und Rehrudeln in großen Gehegen beliebt - besonders im Frühjahr und Herbst, wenn jedem Wildschweinelternpaar eine Meute schwarzgelb gemusterter Frischlinge folgt. Die Waldschule vermittelt Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt.
Keine 500 m davon entfernt liegt Deutschlands landschaftlich schönste Galopprennbahn - und eine der wenigen weltweit mit einem ansteigenden und abfallenden Parcours. Zwischen März und Oktober finden an über 20 Wochenenden Rennen statt. Mit einer Tradition, die bis 1836 zurückgeht, hat Düsseldorf eine Vorreiterrolle im deutschen Pferderennsport gespielt - und seine Popularität hält unvermindert an.
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Es bietet sich an, den Besuch von Schloss Benrath mit einem Abstecher in die alte Zollfeste Zons am anderen Rheinufer zu verbinden - zumal es eine Schiffsverbindung von der Rheinseite des Schlossparks aus gibt.
Ein Besuch in Zons ist eine Reise ins Mittelalter. Im 14. Jh. verlegte der Kölner Erzbischof den Rheinzoll nach Zons und befestigte die Stadt - was im Hinblick auf die angriffslustigen Düsseldorfer Grafen von Berg auch ratsam war. Und da der Rheinzoll einen wesentlichen Teil seiner Einnahmen ausmachte, fiel diese Befestigung ausgesprochen solide aus und ist heute die am besten erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlage des ganzen Rheinlands: mit der Burg Friedestrom, einer geschlossenen Stadtmauer, dem St.-Peters-Turm, in dem die Zollformalitäten erledigt wurden, und zahlreichen Wehr- und Wachtürmen, die auf der Rheinseite auch als Eisbrecher dienten. Ihre Unverwechselbarkeit erhält die vieltürmige »Skyline« von Zons durch eine gut erhaltene Windmühle (Eintritt 60 Cent, nebenan bei Frau Scholz klingeln) im holländischen Stil. Sie bietet einen Ausblick, der bei gutem Wetter vom Düsseldorfer Fernmeldeturm bis zum Kölner Dom reicht.
An Gasthöfen, Cafés und Gartenrestaurants herrscht in Zons kein Mangel - besonders beliebt ist die mittelalterliche Schloss-Destille. Gruppen von mehr als 15 Teilnehmern wird hier ein Ritterschmaus mit reichlich Met serviert - Kostüme und Ritterschlag inklusive.
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Wenn zwei Superlative zusammentreffen, entsteht leicht ein dritter: Der Rhein ist mit 200.000 Schiffen im Jahr der verkehrsreichste Fluss Europas, und das Ruhrgebiet war und ist die produktivste Region des Kontinents. Es ist also kein Wunder, dass an der Mündung der Ruhr, in Düsseldorfs Nachbarstadt Duisburg, der größte Binnenhafen der Welt entstanden ist. Hafenrundfahrten sind ein Erlebnis, denn die wenigsten Besucher wissen, was alles auf dem verzweigten Wasserstraßennetz zwischen Basel, Elsass-Lothringen und Rotterdam befördert und in Duisburg umgeschlagen wird.
Einzigartiges hat der weltberühmte Duisburger Zoo zu bieten. In diversen Meerwasserbecken mit Felsenkulisse leben sechs verschiedene Walarten, darunter pfeilschnelle schwarz-weiße Jacobitas von der Südspitze Lateinamerikas, Große Tümmler aus den Küstengewässern Mexikos und schneeweiße Belugawale, bis zu 7 m lang und 1,5 t schwer - kleine Verwandte von Moby Dick. Mit offensichtlichem Vergnügen liefern einige dieser Meeressäuger mehrmals täglich Kostproben ihrer Künste - der Hochsprungrekord der Tümmler liegt bei 8 m - oder ihres Humors: Die Belugas lieben es, Besucher im Vorüberschwimmen mit einem gezielten Wasserstrahl zu beschießen. Als die intelligentesten Vertreter der Walfamilie aber gelten die langschnäbligen Toninas aus dem Orinoko - sie verstehen sich sogar auf den Einsatz von Werkzeugen.
Auch ein Großteil der übrigen 3.000 Tiere ist entweder äußerst selten in Tiergärten anzutreffen oder in seiner Heimat vom Aussterben bedroht. Vor einiger Zeit ist der Zoo um den Chinesischen Garten mit Lotusteichen und Pagoden, Kranichen und Pandas erweitert worden, ein Geschenk von Duisburgs chinesischer Partnerstadt Wuhan.
© Marco Polo